Für mich immer wieder spannend ist die Teilnahme an einer Ratssitzung in Clausthal-Zellerfeld.
Da gibt es das Lager derer, die fast Welt aufgeschlossen, für diese Stadt ein Streben nach positiven Veränderungen in kleinen Schritten wollen. Oder das große Lager der stumm Dasitzenden, die eigentlich nur einen einzigen Daseinszweck haben, das Publikum für einen Selbstdarsteller zu abzugeben und damit für eine positive Stadtentwicklung keinen Nutzen bringen.

Als kleine, aberwitzige spontan Reaktion empfinde ich, wenn ein Schulenberger Ratsmitglied sich dagegen wendet, finanziell nicht ordentlich aus dem Stadtsäckel bedient zu werden. Dieser Herr hat also noch immer nicht begriffen, dass seine größte Dummheit der Vergangenheit darin besteht, sich an Altenau angeschlossen zu haben. Letztlich sind seine heutigen Defizite doch nur zwischen diesen beiden ungleichen Partner zu klären. Altenau bekommt und Altenau verteilt. Und Altenau steht dabei immer an erste Stelle.

Doch das ist ja nicht alles, was einem so durch den Kopf geht, während man die Szenerie beobachtet. Die Bemühungen um ein Miteinander der verschiedenen Ortsteile hören schlagartig dort auf, wo das Wort „Altenau“ laut wird. Immer wieder kommen Forderungen, Vorwürfe und Besitzansprüche aus dieser Richtung. Nie habe ich bisher erlebt, dass gefragt wurde, was können wir für andere geben und tun.
In einer Ratssitzung der Vergangenheit hat z.B. auch ein Herr Pichler aus Altenau einen Antrag an den Rat um finanzielle Unterstützung des dortigen Schützenvereines vorgetragen. Da dieser Antrag nicht so genehmigt wurde, schloss er erbost seine Rede mit den sinngemäßen Worten:
„Dann habe man keine Möglichkeit, ein Fest zu feiern“. Dies fand ich wiederum sehr erstaunlich, denn im allgemeinen feiert man doch nur, wenn man sich dies aus eigener Kraft leisten kann. Und dann hatte ich die Überlegung, wenn alle Schützenvereine dies täten? Feiern, wenn andere (also wir) die Kosten tragen? Aber eben dieser Herr Pichler schreibt dann aktuell in GZ-Leserbriefen über Teile des Rates „denn sie wissen nicht, was sie tun“
Doch, Herr Pichler, das glaube ich schon, denn sonst würde es uns schlechter gehen.

Was mir noch auffiel in der Sitzung vom 21.6.017 war das Thema „Galgensberg“ in Wildemann. Ich persönlich empfinde es als merkwürdig, wenn der alles überragende Alexander Ehrenberg hier den Vormund für den ebenfalls anwesenden Ortsbürgermeister abgibt. Hat jener keinen Mund?
Darf er als Ortsbürgermeister nichts zu den Dingen seiner Ortschaft sagen und muss Herr Ehrenberg auch auf Kosten von Wildemann sich selbst darstellen? Ein sehr unfeine Situation, die beiden Herren nicht zum Ruhm gereicht. Aber in der Politik zählt schon auf dieser unteren Ebene Anstand wenig und Ellenbogen viel.

Wieder im eigenen Heim angelangt, kam mir in den Sinn, dass es wohl wirklich besser gewesen wäre, diese Stadt in dieser Form nicht gegründet zu haben. Wir haben noch immer Schulden, dank unfähiger Politiker in der Vergangenheit und haben Neubürger, denen es nicht einmal gelingt, das Wörtchen „wir“ zu buchstabieren. Von der Anwendung durch diesen Personenkreis sind wir Lichtjahre entfernt. Aber eine Freude bleibt uns. Im Jahre 2022 können wir eben jene Neubürger wieder dahin zurück befördern, woher sie kommen. Diese 4,5 Jahre müssen wir noch überstehen.
Das dies noch manchen Kampf geben wird, kann man sich denken.

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