Ein verwaltungsfreundlicher Clausthaler Lokalredakteur der GZ kann es nicht lassen. In einen am 27. Februar 2012 in der GZ erschienen Artikel mit der Überschrift „Straßen werden zu Schlagloch-Pisten“, der im wesentlichen den Zukunftsvertrag und die Haushaltskonsolidierung mit Blick auf die Entschuldung für eine Einheitsgemeinde Clausthal-Zellerfeld zum Inhalt hat, muss mittels Illustration gestichelt werden.
Wenn auch die in diesem Artikel erwähnte Kürzung der Straßenbaumittel inhaltlich nicht die vornehmliche Rolle spielt, würzt man ihn mit einer Karikatur, die einer Zellbachansicht in ihrem jetzigen Zustand merkwürdig ähnlich sieht. Ein Biker befährt die als „Bikepark Clausthal-Zellerfeld“ bezeichnete Straße. Zuschauer rufen ihm in einer Sprechblase zu „Null Kosten – einfach nur sich selbst überlassen“ zu. Natürlich zielt diese Illustration auf einen Ratsbeschluss hin, der die Ausführung eines kostspieligen Zellbachprojektes verhindert hat, das trotz Fördermittel der Stadt sehr viel Geld gekostet und ihre jetzige Finanzsituation noch verschlechtert hätte. Der bewusste Redakteur kann die Niederlage scheinbar nicht so schnell verkraften, dass im Rat gegen seine öffentlich vertretene Meinung entschieden wurde.
In einem auf der selben Zeitungsseite erschienenen Nebenartikel wird der Samtgemeindebürgermeister Lampe zitiert: “Die Verantwortung für seine Kommune bleibt bei jedem Ratsmitglied“. Damit hat er nicht unrecht. Aber wie stand es in der Vergangenheit mit seinem Handeln? Hätte in den zurückliegenden Jahren sein Handeln unter diesem Aspekt gestanden, wären schwerwiegende Fehler vermieden worden. Wenn eine gewisse damals im Rat dominante Partei ihn als ihr Parteimitglied nicht so willfährig hätte gewähren lassen, stünden die vermeintlich schuldigen jetzigen Gemeinderäte heute nicht vor so schweren Entscheidungen, für die sie bei den Bürgern bereits negative Kritik hinnehmen mussten.
Obwohl enorme Sparzwänge angesagt sind, hat die Verwaltung scheinbar immer noch nichts gelernt. Es wird aus unerfindlichen Gründen ein kostspieliges Umbauprojekt des Straßenstückes der Bundesstraße 242 zwischen Marktkirche und Rathaus in Höhe von 300000 € auf eigene Kosten ohne Anspruch auf Fördermittel weiter verfolgt. Der Umbau dieses Straßenteils, der als Bundesstraße in den Zuständigkeitsbereich des Bundes fällt, ist keine Notwendigkeit und in seiner geplanten Ausführung für die Clausthaler Bürger nur mit Nachteilen behaftet. Sollen die Ratsmitglieder in ihrer Verantwortung für die Kommune auch hierfür Verantwortung übernehmen und die Schuldigen sein?
Nein, ist die Antwort. Gott sei Dank haben wir im Rat heute eine veränderte politische Landschaft!