Wer sich nach den Ereignissen der letzten Zeit über solch einen Antrag von der SPD/FDP-Gruppe wundern sollte, dem sei gesagt, dass es um einen Zeitungsbericht der lokalen Presse vom 18. Dezember 1978 handelt. Es möge jeder seine eigenen Schlüsse aus den damaligen Worten und den heutigen Taten ziehen…
Die Gruppe SPD/FDP hatte einen Antrag gestellt, dass der Rat folgende Resolution beschließen möge:
Grundsätze zum Schutz des Baumbestandes der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld (öffentliches Grün):
1. Die Bäume der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld sind besonders zu schützen:
a. Das Auslichten und Beschneiden der Bäume ist nur unter gärtnerischen Gesichtspunkten vorzunehmen.
b. Bei Maßnahmen an Bäumen, die der Verkehrssicherheit dienen, ist nachzuweisen, dass alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
c. Es muss sichergestellt werden, dass die Bäume im Winter gegen Versalzung, die zum Vertrocknen der Bäume führt, geschützt werden.
2. Bei der Absicht, Bäume zu fällen, muss weiterhin berücksichtigt werden, dass z.B. ein 20jähriger Ahorn einen erheblichen Wert darstellt, bzw. sein gleichwertiger Ersatz eine Investition von 8000 DM erfordert.
Der Standpunkt, Wer und Investition eines Baumes hingen ledigen vom Holzwert und den Neupflanzungskosten eines jungen Baumes ab, ist überholt.
Begründet wurde diese Resolution damit, dass die Erfahrungen in Clausthal-Zellerfeld gezeigt hätten, dass man verschiedentlich unverantwortlich mit dem vorhandenen Bestand umgegangen ist. Frau Austen, die Vorsitzende des Ausschusses für Landwirtschaft und Forsten, zeigte verschiedene Aspekte auf, die zu diesem Antrag geführt hatten.
Sie erinnerte an den großen Brand im Oktober 1672 in Zellerfeld, als die Stadtväter aus der Katastrophe die Konsequenz gezogen hatten und Laubbaum-Allen anpflanzen gegen den Funkenflug. Auch bei der Brandkatastrophe in der Lüneburger Heide sei die Meinung laut geworden, dass Laubbaumriegel das Feuer hätten aufhalten können.
Einige der Bäume, die 1672 gepflanzt wurden, stünden heute noch. Viele seien ersetzt worden, der größte Teil des heutigen Baumbestandes in Clausthal-Zellerfeld aber stammte aus dem vorherigen Jahrhundert, meint Frau Austen. Sie erklärte, dass man die Pflicht habe in Jahrhunderten Gewachsenes an Kinder und Enkel weiterzugeben und nicht leichtfertig zu zerstören. Man müsse sich klar machen, dass ein heute gefällter Baum erst nach 60 Jahren ersetzt sei. Auch aus umweltschützerischen Gründen müsse man für den Erhalt der Bäume eintreten. Geschlossene Baumreihen seien geeignet, den Staubgehalt der Luft zu verringern, Autoabgase aufzunehmen, den Sauerstoffgehalt der Luft zu erhöhen, Lärmschutz zu bieten, das Binnenklima einer Straße zu beeinflussen, aber auch die physiologischen Funktionen des gesamten menschlichen Organismus positiv zu beeinflussen. Frau Austen hoffte, dass der Rat und die Verwaltung sich immer wieder verdeutlichen, warum jeder Baum, jede Baumgruppe von Bedeutung und nicht die Meinung verträte, wie manche andere, dass es rund um Clausthal-Zellerfeld genug Bäume gäbe, so dass es auf einen mehr oder weniger im Stadtbild nicht ankomme.
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