Kinder und Narren, sagt man, sagen die Wahrheit. Und so befanden die Studenten ohne weitere Umstände den neuen Marktplatz als kahl und windig. Darauf Lampe, man könne ja noch ein paar Containerbäume verteilen.
So wird endlich ein Schuh draus: 

Naturbäume weg, Verschiebebäume hin. Das ist die Moderne.
Für den modernen Eingang haben sie nun Zweidreivierteljahre gebraucht. Ist er repräsentativ? Er ist aus Glas.Ob er wohl geöffnet wird? Demnächst soll er eingeweiht werden, heißt es. Das lasse man sich nicht entgehen.
Im Uni-Gelände stehen neuerdings große (etwa 1 x 1,5 m) graue Platten, deren Hinweise nur ein Fußgänger entziffern kann. Sichtbar für Autofahrer sind nur große Ziffern und Buchstaben: C1, C 24, C 56 mit Pfeilen.

Wem nützt das? Was hat es gekostet? Modern ist es sicher. Die Moderne arbeitet mit Zahlen, mit Quantitäten. dazu gehören auch 6ooo Studenten als Zielvorstellung. Ob die Stadt das verkraftet, wäre ein qualitativer Gesichtspunkt. Ausschuß für Stadtentwicklung, ja, so heißt er. Wurde die Stadtentwicklung auf 6ooo Studenten hin besprochen? Leider Fehlanzeige. Woher das kommt? Nur Zahlen interessieren uns. Das ist modern.
Aber selbst unter diesem Gesichtspunkt müßte man fragen, woher das Geld und die Professoren für 6000 Studenten wohl zu erwarten sind.

Adalbert Mützenich

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