Wer kann etwas dagegen einwenden?
Einwenden gegen die Planung und den Bau von untertätigen Pumpseicherwerken in Nachnutzung von stillgelegten Bergwerken?
Unser Vaterland ist neuerdings in Energienot, wir Oberharzer wollen unseren Beitrag zu deren Linderung leisten.
Unseren Beitrag plant das Energieforschungszentrum Niedersachsen in Gestalt eines unterirdischen Wasserpumpspeicherwerkes mit einer elektrischen nennleistung von 200 MW bei Kosten von geschätzten 200 Mio.€. Betrachten wir das Vorhaben genauer: Bei Vorgabe einer Fallhöhe von 400 m und einem Gesamtwirkungsgrad von 50% für Fallstrecke, Turbinen- und Generatorenanlage ist ein Wasserstrom von 100 m³/s für eine Leistung von 200MW notwendig. Das ist ein Wasservolumen von 360.000 m³ für eine Betriebszeit von 1 Stunde.
Unterirdisch, weshalb nicht?
Wenn technisch machbar.
An dieser Stelle kommen die Baukosten ins Spiel: Die Einrichtung des Unterbeckens im Tiefbau ist teuer genug. Die Anlage des Oberbeckens im Tiefbau ist Unsinn:
ierfür ist auch wegen der Energieeffizienz ein oberirdisches Bauwerk notwendig.
Betrachten wir deshalb den Ziegenberger Teich bei Buntenbock mit einem maximalen Speichervolumen von 300.000 m³ Wasser als Zielobjekt für das Oberbecken. Diese Auswahl ist allein schon deshalb als Beispiel angebracht, weil der Teich als Harzidylle in der SPD Wahlkampf-Schrift „Hallo Nachbarn“ abgebildet ist. Nachdem der Teich vom Status „Weltkulturerbe“ freigestellt und seine Sohle betoniert worden ist, sind Wanderungen über die sanften Wiesenhügel von Buntenbock ein technischen Event: Der Ziegenberger Teich – genauer Ziegenberger Oberbecken mit Betonsohle – ist von einem 3,5 m hohen Drahtgitter mit ausgehängten Warnschildern umgeben. Immerhin gib es eine Aussichtsbrücke, von der die staunende Bevölkerung die Leerung oder Befüllung des Beckens bei Volllast in einer Stunde beobachten kann. Welch erfreuliche Entwicklung für Buntenbock!
Ach ja, da sind ja auch noch die Kosten von 200 Mio.€ für den 200 MW-bauwerk (für 1GW also eine Milliarde €). Immer noch fehlt der Windpark in der Planung un din den Investitionskosten. Praktischerweise sehen wir für 200 MW etwa einhundert Windräder vom 200 m Höhe in der au von Buntebock vor. Das Idyll-Photo in der SPD-Werbeschrift ist jetzt zerstört. Aber es geht zu wie bei Stuttgart 21: Die Bürger werden getäuscht und vor vollendete Tatsachen gestellt. Übrigens: die 200 MW unterstützen jetzt das VW-Elektronetz in Wolfsburg.
Welch ein wunderschönes Projekt!