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Aus der Zellbachmauer fielen ein paar Steine des Verblendmauerwerks auf die Fahrbahn, und es musste eiligst etwas unternommen werden. Diese Eile hält bereits über fünf Jahre an, geändert hat sich immer noch nichts. Es wurden mehr oder weniger fehlerhafte Gutachten eingeholt, und es wurden mehr oder weniger aberwitzige Umbauplanungen angestellt.

Nach sehr langem Hin und Her hat sich die Mehrheit im Rat der Stadt dazu durchgerungen, die Mauer in ihrem Bestand zu erhalten. Allerdings steht in dieser „Bestandsvariante“ noch eine Rampe statt einer Treppe von der oberen zur unteren Fahrbahn im mittleren Bereich der Straße, die weder von den Anliegern der oberen Seite noch vom DRK-Wohnheim auf der unteren Seite gewünscht wird, die aber eine Menge zusätzliches Geld kostet. Aus dem Rathaus verlautet, dass demnächst eine fertige Planung für die Baumaßnahme vorgelegt wird, die allenfalls noch das „leichte Verschieben einer Straßenlampe“ zulässt. Die Kritischen Bürger für Clausthal-Zellerfeld hatten der Bestandsvariante mit Rampe nur unter dem Gesichtspunkt zugestimmt, dass es keine Aktion ist, etwas ersatzlos aus einer Planung zu streichen (auch wenn das zu Streichende ärgerliche Planungskosten verursacht hat). Offenbar will die Verwaltung oder genauer gesagt der Bauamtsleiter mal wieder am Rat und auch an der Bevölkerung vorbei Tatsachen schaffen. Es muss doch – verdammt noch mal – möglich sein, die Kosten nach oben zu treiben! Und das Planungsbüro, ausgewählt ohne Ausschreibung, ist natürlich auch daran interessiert, die Kosten für das Objekt möglichst hoch anzusetzen, da dadurch die in Rechnung zu stellenden Planungskosten steigen.

Die aus Stampfbeton hergestellte Mauer ist von so geringer Festigkeit, dass die von Gutachter Dr. Stoewahse gewählten formelmäßigen Schadensmechanismen gar nicht angewandt werden dürfen.
Andererseits ist die Mauer so flexibel, dass sie z.B. keine Dehnungsfugen braucht, und dass sie auf mechanische Überbeanspruchung zunächst sichtbar durch Verformung reagiert bevor sie lokal eng begrenzt bricht. Derartige Verformungen sind selbst in dem Bereich nicht zu sehen, in dem Müllfahrzeuge auf der Mauerkrone gefahren sind.

Bei der Grauwacke-Verblendung der Mauer wurde Trasszement (Auskunft Bauamt) für den Bettungsmörtel verwandt, ein Bindemittel, dass nur für Innenräume anzuwenden ist. Dieser Mörtel ist inzwischen vollständig zerrieselt. Die Steine werden fast nur noch von Resten einer späteren oberflächlichen Verfugung mit Portlandzementmörtel gehalten. Wollte man ausschließen, dass Steine des Verblendmauerwerks auf die Straßen fallen, hätte man anstelle der Big Packs auch oben und unten befestigten Maschendraht verwenden können.

Die Stützmauer zwischen der oberen und unteren Fahrbahn der Straße „Sorge“ bereitet ernste Sorgen. Hier befindet sich unter der Mauer kein Fels, und die Grauwackemauer ist das stützende Element und nicht nur Verblendung. Hier wurde ohne großartige Planung und unspektakulär von Arbeitern des Baubetriebshofs ein kleiner Teil der Mauer abgetragen und durch eine Betonmauer mit Grauwacke-Verblendung ersetzt. Das Resultat macht einen ausgezeichneten Eindruck.
Natürlich kostet auch diese Lösung eine Menge Geld, aber es fallen keine Kosten für Gutachter und mehr oder weniger alberne Planungen an, und die Lohnkosten bleiben in der Stadt. Hätte man von vorn herein einer kleinen Trupp des Baubetriebshofs mit der Sanierung der Zellbachmauer beauftragt, wäre sie sicher längst fertig und hätte die Stadt auch ohne Inanspruchnahme von Fördergeldern weniger gekostet als jetzt. Aber wie gesagt: Es muss doch möglich sein, die Kosten nach oben zu treiben.

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