Wer Ihn nicht erlebt oder gar gekannt hat, wenn Er so recht von Herzen das Falsche sagte oder tat, kann gar nicht ermessen, wie erleichtert ein großer Teil der Bevölkerung ist: Er ist weg! Mein Gott, Walter …

Doch von vorn:

Zur letzten Wahl eines Samtgemeindebürgermeisters brachte die CDU einen Kandidaten hervor, der uns noch heute sehr wenig erfreut und die Wähler damals vor die Wahl stellte zwischen Pest und Cholera. Man entschied sich nichtsahnend für die Cholera, weil man nicht wusste, dass der Ausbruch der Krankheit von dem nicht mehr zur Wiederwahl angetretenen Bergstadtbürgermeister weitgehend verhindert worden war. Und so nahmen die desaströsen Dinge, die Er, der alte und nunmehr neue SG-Bürgermeister selbst offensichtlich bejahte, ihren Lauf:

Fast buchstäblich in einer Nacht- und Nebelaktion ließ Er zwölf gesunde Linden (die übrigens der Baumschutzsatzung unterlagen) zwischen TU-Hauptgebäude und Marktkirche absägen, obwohl noch gar keine konkrete Planung zur Platzgestaltung vorlag. Das örtliche Kleinklima wurde massiv beschädigt und erstmals gingen die Clausthal-Zellerfelder zu einem Protestmarsch auf die Straße.
Mein Gott, Walter …
Der Marktkirchenplatz wurde statt mit geplanten 800 Tausend Euro mit 2,2 Mio. verändert. Es ist eine Geschmacksfrage, ob die entstandene Steinwüste schön ist oder nicht. Den meisten Bürgern wäre es lieber gewesen, wenn die 1,4 Millionen Euro Mehrkosten für die Sanierung von Straßen eingesetzt worden wären.

Die Bundesstraße vor dem Rathaus, deren Unterhaltung in die Kompetenz des Bundes fällt, erfolgte aus städtischen Mitteln mit über 400.000 Euro (das Zehnfache des angedachten Betrages), weil doch alles so schön zusammen passen sollte aber im Endergebnis gar nicht passt. Heute fehlt die Linksabbiegerspur für die PKWs aus der Adolph-Roemer-Straße, und zeitweise staut sich der Verkehr deshalb zurück bis zum Kronenplatz. Mein Gott, Walter …

Ach ja der Kronenplatz, er wurde seiner Wasserrinnen entledigt, die für recht unfeinen Spott gesorgt hatten. Jetzt ist der Platz quasi eine Baustelle ohne Absperrband. Das zu ändern, dazu fehlt das Geld. Mein Gott, Walter … (Weiß eigentlich jemand, wo die Brunnensteine geblieben sind?)

Der Versuch, die Sanierung des Zellbachs mit allen Tricks, Kniffen, Falschmeldungen etc. in die Richtung einer Mittelmauervariante zu schubsen, ist erfreulicherweise nicht gelungen. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher absurden Ideen stellte Er nicht. Die Anrainer durften zwar ihre Meinung dazu äußern, aber man hat ja zwei Ohren… Und Geld – Geld spielte eine sehr untergeordnete Rolle – es gab da Fördertöpfe, die man unter gewissen Bedingungen anzapfen konnte. Mein Gott, Walter … Es gab auch Ideen, die dieser Straße zur Verkehrsberuhigung und Begrünung verholfen hätten und preiswerter geworden wären – ohne Fördermittel.

Das Hinhalten, Verschleiern und Verzögern von Informationen wurde offensichtlich zum Prinzip, wenn es um die Kooperation mit dem Rat der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld ging. Anderenorts in dieser Republik gingen in den Jahren ab 2009 den SGBürgermeistern viele Lichter auf, und sie kooperierten mit ihren Räten, um die städtischen Finanzen zu sanieren. Man strich Ausgaben und motivierte die Bürger, sich an Problemlösungen für die Zukunft zu Beteiligen. Nicht so bei Ihm!

Die Stadt Clausthal-Zellerfeld, hoch bis sehr hoch verschuldet, unternahm in dieser Richtung nichts. Schließlich hatte man ja immer Bedarfszuweisungen beansprucht und erhalten. Das Grollen am Himmel der Finanzen wurde einfach ignoriert. Im Gegenteil, für die Aufstellung eines Drahtseildenkmals wurde noch ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben. Er kostete die Stadt 80.000 Euro und brachte nichts, gar nichts. Ein ähnlicher Betrag wurde für die Gestaltung des Marktkirchenplatzes ausgeschrieben und brachte das hinlänglich bekannte Ergebnis. Weitere etwa 50.000 Euro wurden für eine unplanmäßige Baumbepflanzung benötigt, weil nach der Baumfäll- Aktion selbst Ihm der Platz anscheinend zu trostlos vorkam.

Ach ja, vielleicht nicht ganz so schlecht kam der Neubau der Feuerwehrzentrale an – aber nur bei den Feuerwehrleuten. Es bleibt die Frage offen, ob es auch eine Nummer kleiner gegangen wäre, ohne dass der laufende Betrieb gelitten hätte. Zum Dank war nun dieser SG-Bürgermeister ab sofort auf jedem Feuerwehr-Gruppenfoto vertreten.

Ich will zum Schluss kommen, denn sonst wird dieser Bericht noch länger. Wir können es uns nicht leisten, einen Sportplatz so herzurichten, dass es eine vernünftige 400 m-Laufstrecke für Hobby oder Leistungssport gibt. Ganz zu schweigen von einer echten Mehrzweck-Sportstätte, welche einer Stadt wie dieser zukäme. Wir haben kein Geld. Der Stadt reicht das Geld nicht einmal für Bordsteine, wenn andere die Straßenreparaturkosten übernehmen.

Aber, als Er sich nun in den Ruhestand begab, musste Er nicht einmal seinen eigenen Ausstand selbst finanzieren, wie das so im allgemeinen bei anderen Menschen üblich ist, wenn sie sich verabschieden. Auch ertrug Er mannhaft die Lobhudelei der geladenen Gäste.

Was also ist das Erbe aus einer solchen Zeit für die Bürger:
Steuern und Hebesätze, die abnorm hoch sind und mit jeder Großstadt mithalten können, ein Stadtbild, dass es einen stellenweise gruselt, Straßenzustände zum Erbarmen, wenige Aussichten auf Ansiedlung von Industriebetrieben, und trotz aller gegenteiligen Behauptungen: Schulden und Bürgschaften in Millionenhöhe, für die alle Bürger mit ihren Abgaben einstehen müssen. Es wäre falsch in diesem Zusammenhang Gedanken an vorausschauende Planung, Kreativität, Akquise und geschicktes Handeln zu haben. Mein Gott, Walter … Womit hat unsere Stadt das nur verdient …?

Fazit: Nach diesen bitteren Zeiten müsste es nun einmal und wenn auch nur langsam eine Wende zum Guten geben. Sonst ……. Aber darüber will ich heute lieber nichts schreiben.

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